Zitat · Zitate · 17. September 2026
“Man darf nicht alles glauben”
— Karl von Eckartshausen
AphorismenPhilosophie

„Man darf nicht alles glauben, aber auch nicht alles verwerfen: alles zu prüfen ist die Pflicht des Weisen; er lässt sich nicht vom Glanz blenden, sondern forscht nach der Wahrheit.

…Je mehr der Mensch von groben Sinnen abhängt, desto ferner ist sein Geist den Geheimnissen der Natur.

Je mehr der Mensch an geistiger Kraft wächst, desto mehr nimmt er an sinnlicher ab. Die Natur spricht nur mit dem, dessen Sinne feiner sind; nur ihm ist ihre Stimme hörbar. Höhere Wesen sprechen vernehmlich nur zu dem, dessen Seele ruhig ist, dessen Organ nicht vom Sturm der Leidenschaften betäubt wird…

Die Alten behaupteten, die Götter sprächen mit den Menschen nur im Schlaf. Kann ein Musiker auf schlaffen Saiten spielen? Doch wie schön würde er spielen, wären sie harmonisch gestimmt!

Wahrheit, Reinheit und Liebe sind die Töne der geistigen Welt; sie erklingen nicht auf dem Instrument unserer Seele, wenn die Saiten nicht gestimmt sind.”

(Karl von Eckartshausen (1752–1803) – deutscher Mystiker, Schriftsteller, Philosoph und Jurist).